Rapha Ambitious 220 – Interlude 02

Nun wird es also ernst. Morgen beginnt die Rapha Ambitious 220 Challenge. In zwei Tagen müssen mindestens 354 km mit dem Rad zurückgelegt werden. So langsam macht sich dann doch Unsicherheit breit. Matthias ist gestern angereist und wird mich begleiten. Das freut und motiviert mich zugleich!

Wir haben den Plan mit Übernachtung verworfen. Zuletzt war laut Wettervorhersage mit Regen zu rechnen. Die Aussicht auf Regen hat uns dann doch die Freude über einen schönen Abend mit Übernachtung im Zelt genommen. Eine Übernachtung in Hotel oder Pension war nie ein Thema. Also haben wir uns am Mittwoch dazu entschieden die Strecke am Stück zu fahren. Zugegeben, mit viel Schönrederei!

Zweifel

Einen Tag später war die erste Euphorie auch schon verflogen. Zweifel machen sich breit. Wir teilen die gleichen Sorgen. Ist das wirklich machbar? Wie lange werden wir wohl unterwegs sein? Wann sollen wir starten? Schnell wird mit Blick auf die geplante Route klar, wir müssen umplanen. In der ursprünglichen Route waren zwei Fahrten mit einer Fähre vorgesehen. Die Fahrzeiten sind defintitv nicht zu halten. Also nehmen wir nicht die Fähre Veckerhagen-Hemeln, sondern überqueren die Weser in Hann. Münden. Das erste Problem ist somit gelöst.

Bleibt das Problem mit den 384 Kilometern und 4.500 Höhenmetern. Besonders die Höhenmeter lösen ein flaues Gefühl in meinem Magen aus. Berge sind wirklich nicht meine Paradedisziplin. Kurz gibt es die Überlegung einfach flach entlang der Weser zu fahren. „Allerdings waren wir dann nicht auf dem Brocken“ lautet die ernüchternde Antwort von Matthias. In Ordnung, überredet! Es muss eine andere Lösung her. Eine alternative Route wird erstellt. Das Ziel weiterhin, der Brocken. Der höchste Berg in ganz Norddeutschland.

Siehe da, mit etwas Routenoptimierung sehen wir der Sache nun wieder optimistischer entgegen. Der Rückweg erfolgt nicht über Hann. Münden, sondern über das nördlicher gelegene Beverungen. An dieser Stelle geht Dank raus an meinen Patenonkel, der mir diesen Tipp gestern gegeben hat! So konnte die Route noch einmal um 30 Kilometer und -vor allem zu meiner Freude- um 800 Höhenmeter entschärft werden.

Heute gilt es noch das Fahrrad vorzubereiten. Eine neue Kette habe ich bereits aufgelegt. Frisch gereinigt wartet es nun darauf gesattelt zu werden. Beleuchtung, Taschen und weitere Flaschenhalter sind noch anzubringen. Reifen noch einmal überprüfen, Luft pumpen, Powerbank und Akku von Radcomputer sowie Action Cam laden. Dann wird gepackt und alles weitere für die Abfahrt bereit gelegt. Das Startpaket von Rapha ist mittlerweile auch angekommen. Mit Freude bringe ich später noch die mitgelieferte Startnummer am Fahrrad an. Dann folgt eine kurze Probefahrt um mich dabei mit Matthias auf die genaue Startzeit zu einigen. Irgendwas zwischen 00:00 Uhr und 4:30 Uhr steht aktuell zur Auswahl. Mal schauen wie wir uns später festlegen. Vielleicht müssen wir würfeln. Es geht heute auf jeden Fall früh ins Bett. In der Hoffnung einige Stunden Schlaf zu finden.

Das Starterpaket mit Danksagung

It’s all about Motivation

Vor zwei Jahren hätte ich mir überhaupt keine Sorgen über die Strecke gemacht. Ich meine, immerhin bin ich bei Rad am Ring innerhalb von 24h über 8.000 Höhenmeter als Solist geklettert oder habe den Mont Ventoux an einem Tag von allen drei Seiten bezwunken. Es zeigt mir wie sehr einem mental der Stecker gezogen werden kann. Aber es zeigt mir auch wie wichtig es ist sich in solchen Momenten auszutauschen. Wie wichtig es ist sich trotz aller Zweifel auf die Hilfe und Motivation anderer einzulassen. Ohne Matthias hätte ich wohl den Kopf in den Sand gesteckt um dann die 354 Kilometer in zwei Tagen zu fahren. Umso mehr freue ich mich nun darauf diese Aufgabe morgen gemeinsam zu bewältigen. Vielleicht werden wir auch grandios scheitern. Aber wir haben es wenigstens versucht und es bleibt ja immer noch der Sonntag um einige Kilometer zu ergänzen.

Spendenstand

Da wir zurzeit hauptsächlich mit der Sammlung der Spenden für die Plan International Challenge beschäftigt sind, war leider nicht viel Zeit für diese Spendensammlung viel Werbung zu machen. Es freut mich daher riesig, dass umgerechnet trotzdem ca. 40€ eingegangen sind. Auch wenn das noch weit entfernt ist vom eigentlichen Ziel. Für mich ist der aktuelle Betrag trotzdem eine zusätzliche Motivation die Challenge zu meistern. Vielleicht möchte ja noch jemand einen kleinen Beitrag zur Förderung der britischen Hilfsorganisation Ambitious about Autism leisten. Vielen Dank!!!

Link zur Spendenseite: Donate

Auf Instagram werde ich einige Eindrücke der Tour in meiner Story festhalten. Einen passenden Soundtrack habe ich bereits im Kopf. Der Ohrwurm ist geschenkt 😉

2 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank, Ulrike! Glücklicherweise bin ich mit dem Rennrad noch nie gestürzt. Aber bei einer solchen Tour darf man Müdigkeit mit einhergehendem Konzentrationsmangel nicht unterschätzen. Wir werden achtsam sein und falls notwendig eine Pause einlegen.

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